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Zur Vegetationsentwicklung in Flurgehölzen der Havelniederung nördlich Berlins (Neuholland)Dipl.-Agraring. Ulrich Klausnitzer |
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Unter den Flurgehölzen sind die Hecken vegetationskundlich am besten bearbeitet. In der Regel handelt es sich dabei um "alte" Heckenstandorte, das heißt um "Grenzhecken" (z. B. Steinrücken-Hecken, Wallhecken) im Acker- und Grünland, um Hecken der Wegränder und Böschungen, wie sie insbesondere in der vorindustriellen Kulturlandschaft spontan entstanden oder angelegt wurden. Diese struktur- und artenreichen, landschaftsökologisch und -gestalterisch wertvollen Hecken fielen im Industriezeitalter oft der Intensivierung der Landnutzung zum Opfer (besonders in den sechziger und siebziger Jahren im Rahmen der "Flurbereinigung"/BRD bzw. "Flurneugestaltung"/DDR). In den letzten Jahrzehnten wurden, nachdem die Landschaft "ausgeräumt" wurde, Flurgehölze neu angelegt, meist als Schutzpflanzungen zur Verringerung der Wind- und Wassererosion, zur Stabilisierung oder Erhöhung landwirtschaftlicher Erträge, aber auch zur Verbesserung des Habitatangebotes für Pflanzen und Tiere, aus Gründen der Landschaftsästhetik und der Holzproduktion außerhalb des Waldes. Anliegen der Auswertung ist keine pflanzensoziologische Einordnung der untersuchten Flurgehölze, sondern eine Interpretation der Vegetationsentwicklung. Es wird eine Typenbildung für die Krautschicht vorgenommen.
Die untersuchten Schutzpflanzungen weisen in der noch nicht stabilisierten Krautschicht eine hohe natürliche und anthropogene Dynamik auf. Die floristische Struktur lässt noch keine Entwicklung zu einer Waldbodenvegetation der potentiellen natürlichen Waldgesellschaften erkennen. Die Krautschicht spiegelt mit zunehmendem Alter der Bestände Verhältnisse wider, wie sie für nitrophile Waldmäntel, Gebüsche bzw. Säume und damit Waldrandkomplexe in intensiv genutzten Agrarlandschaften typisch sind. Naturverjüngung einzelner Gehölzarten der für das Gebiet typischen Waldvegetation tritt auf, wird jedoch in der Regel vom Wild verbissen.
Literatur: Schmidt, P. A.; Klausnitzer, U. (1997): Flurgehölze im Kontext der Waldrand-Lebensgefüge und die Entwicklung der Vegetation in Schutzpflanzungen der Agrarlandschaft. Natur- und Kulturlandschaft 2: 136-144. |